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Online Study Course

Online Study Course!

Kyu 10 – Gelbgurt

Anmeldung ist bald möglich.

Dieser Bereich steht Mitgliedern und Nichtmitgliedern als Abo zur Verfügung. Er soll beim Lernen und Trainieren zu Hause helfen, unsere Kampfkunst zu erlernen. Auch Nichtmitglieder können sich so Wissen verschaffen und erhalten eine Fülle von Trainingshilfen. Preise und Buchungsmöglichkeiten werden in Kürze hier veröffentlicht.

Um es klar zu stellen:

Dieser Online Study Course soll und kann kein Ersatz für ein regelmäßiges Training unter einem erfahrenen Lehrer in einem Dojo sein! Es ist auch nicht möglich, Prüfungen Online oder per Video zu absolvieren! Prüfungen können nur von Thomas Wahl, oder einem seiner dazu berechtigten Co-Trainer direkt „live“ abgenommen werden. Das kann zu den offiziellen Prüfungsterminen, aber auch in einer Trainerstunde durchgeführt werden.

Warum als Abo: Die Erstellung der Seite und der Inhalte als Bilderfolgen, Animationen oder Videoclips ist aufwendig, verschlingt Zeit und es musste auch Webspace zugebucht werden. Es wird in regelmäßigen Abständen nicht nur Inhalte zu Prüfungen geben, sondern auch Tips und Hinweise, die das Training effektiver machen.

 

Vorwort zum Training und zu den Prüfungen allgemein:

Von Moshe Kastiel, 10. Dan Shihan

In unserem Testsystem beobachten wir zuerst die Einstellung des Schülers zum Lernstoff – wie ernsthaft und diszipliniert er sich damit auseinandersetzt. Man braucht kein besonderes Talent, keine Superkraft oder Perfektion, um Ninjutsu zu erlernen. All das kommt mit der Zeit. Es ist die Übung, die perfekt macht.

Versuche mit verschiedenen Trainingspartnern zu üben, denn dies verbessert die Variationsfähigkeit und Interpretationsmöglichkeiten der Techniken. Jeder hat ein anderes Körpergewicht, eine andere Größe, andere Kraft und andere Bewegungsgewohnheiten. Deshalb ist es notwendig, mit vielen verschiedenen Trainingspartnern zu üben.

Trainingspartner müssen sich von Anfang an einen soften, langsamen und vorsichtigen Stil und Umgang miteinander und mit sich selber angewöhnen. Führe die Techniken nicht zu schnell aus. Oft legen die Leute den Schwerpunkt viel zu sehr auf die Hände und vergessen, Ihre Beinposition richtig zu stellen. In der Kampfkunst ist es aber genau umgekehrt: Dein Erfolg hängt von Deiner Körperposition und Deiner Beinposition ab. Dies nennen wir Tai Sabaki – Körperbewegungen und Balance Kontrolle.

Entspanne Deinen Körper und atme richtig. Wenn Du von Anfang an zu schnell arbeitest, wirst Du ohne es zu merken, Deinen Körper anspannen, besonders in Körperzonen, derer Du Dich weniger bewusst bist, wie zum Beispiel den Nacken, oberen Rücken oder in der Hüfte. Diese Zonen haben die Tendenz sich anzuspannen, wenn der Mensch unter mentalem Stress steht. Dies verursacht den Körper „einzufrieren“ und unbeweglich zu werden. Genau das solltest Du vermeiden. Was Du brauchst, ist eine fließende Bewegung, und innere Entspannung, Selbstkontrolle, freies Atmen und eine anpassungsfähige Einstellung für jede Situation, die auf Dich zukommen mag. Dies sind essentielle Bedingungen, um einen Kampf oder generell schwierige Lebenssituationen zu meistern.

Achte darauf, dass Dein Kopf immer über der Hüfte sitzt. Viele schauen sich Filme mit Boxern an, welche die Angewohnheit haben, ihren Kopf nach vorne einzuziehen. Nicht nur stoppt das die fließende Atmung, es verursacht auch eine extra Belastung auf die Knie. Der Kopf des Menschen ist nämlich ziemlich schwer, wenn man ihn zu sehr nach vorne neigt, hat der Körper die Extrabelastung, nämlich den Kopf mit zu tragen. Auch, wenn der Kopf zu weit nach vorne ist, engst Du Dein Sichtfeld seitlich ein, Du fokussierst den Gegner nur frontal aber nicht so sehr zu den Seiten hin.

Berate Dich mit Deinem Trainer oder mit mir. Beschreibe Deine Probleme und es wird Dir geholfen.

Denke immer an die folgenden Regeln: verwende nie zu viel Kraft. Halte Deinen Geist fließend – denn der Geist führt das Ki, die Energie. Atme natürlich. Bewege Dich fließend. Sieh Deine Hüfte als Angelpunkt. Vereine Deine Beine über die Hüfte mit dem Rücken und den Armen. Bewege Dich sowohl linear als auch kreisförmig, diagonal, und nach allen Seiten hin. Halte immer ein inneres Lächeln und eine positive Einstellung. Trainiere nie sofort nach dem Essen. Weichheit, Softness und eine Beobachtung nach innen sind keine Schwächen, sondern in Wirklichkeit Stärken.

Großmeister Hatsumi, Sensei sagt immer „keep going“. Doron Navon, mein erster Ninjutsu Trainer fragte uns mal „Was ist die wichtigste Eigenschaft eines Schülers?“. Wir, die Schüler, gaben alle möglichen Antworten. Aber Doron sagte zum Schluß: „Geduld und Ausdauer sind die wichtigsten Qualitäten“. Talentierte Leute haben oft die Tendenz, schneller aufzugeben, als diejenigen, die mehr investieren müssen, um etwas zu lernen – also versuche nicht, talentiert zu sein, sei lieber ein ausdauernder Arbeiter, denn Du bist gleichzeitig Dein eigener Schüler und Dein eigener Lehrer im Leben.

Vorwort von Thomas Wahl, Ninjutsu-Akademie Heilbronn

Viele wichtige Details hat bereits mein Lehrer Moshe Kastiel in seinem Vorwort angesprochen. Hier noch ein paar Anmerkungen von mir.

„Wenn Du es nicht langsam kannst, kannst Du es auch nicht schnell!“ Das ist ein Spruch, den Du öfter von mir hören wirst. Bei der langsamen und flüssigen Ausführung kannst Du auf Details achten, die sich mit der Zeit in Deine Bewegungsmuster einschleifen, so dass Du später nicht mehr daran denken musst und sie automatisch korrekt ablaufen. Stellung zum Gegner, Beinposition und -Ausrichtung, Position der Hüfte, Abstand, eigene Balance, Körperhaltung (vor allem Wirbelsäule).

Versuche die Techniken nicht „cool“ aussehen zu lassen. Meist nimmt man dann eine unnatürliche Körperhaltung ein, verspannt bestimmte Bereiche des Körpers unnötig.

„Wenn Du beim Üben Kraft brauchst, ist was falsch!“ Denn dann stimmt Deine Balance und/oder die Balance nicht. Ein Gegner dessen Balance zu gebrochen hast (Kuzushi), hat kaum noch Kraft!

Regelmäßigkeit: Wer nicht regelmäßig zum Training kommt oder nicht übt, kann keine Ergebnisse erwarten. Gewöhne Dir an, mindestens 1x pro Woche zum Training zu kommen. Ein Wochentag ist Deinem Training gewidmet. Lass Dich da nicht von Freunden, Bekannten, Kollegen oder Verwandten davon abbringen. Ich habe das früher in meiner Anfangszeit auch zu hören bekommen: „Ach, ist doch egal, gehst halt ein ander mal wieder hin“. Menschen aus dem eigenen direkten Umfeld sind die ersten Leute, die dem eigenen Erfolg im Wege stehen. Und das gilt nicht nur für das Ninjutsu Training, sondern für viele Bereiche im Leben.